Artist: Eroc
P: 1987
Eigentlich sollte die LP ursprünglich Eroc 5 heißen, doch die Veränderungen waren gewaltig. Nach dem Album Razzia und der anschließenden Tournee hatte Eroc seine Band Grobschnitt im Juni 1983 endgültig verlassen. Nach 16 Jahren intensiver Bühnenpräsenz war für ihn einfach der Punkt erreicht, an dem es Zeit für eine grundlegende Veränderung in seinem Leben war. Sein Hauptberuf Schlagzeuger war von einem auf den nächsten Tag vorbei. Sein Hobby, das Experimentieren mit Instrumenten und Geräten, hatte dagegen plötzlich freie Laufbahn. So gründete er zunächst mit einem Freund das Woodhouse Studio in Dortmund, eine künftige professionelle Produktionsstätte für ihn und viele andere Bands und Künstler, in der er sich einen großen Namen als Produzent und Engineer erwerben sollte. In den folgenden drei Jahren setzte er zwei Schwerpunkte: zum einen stellte er mit seinem alten Freund Hans Reichel, dem Wuppertaler Gitarrenvirtuosen das Album Kino (jap. "gestern") auf die Beine, ein skurriles, einzigartiges Konzept, das beiden schon lange am Herzen gelegen hatte. Zum anderen trieb er in diversen skandinavischen Holzhütten sein fünftes Soloalbum voran, das unter dem Eindruck der grandiosen Natur, in der er dort monatelang lebte, schon bald den Namen Changing Skies erhielt. Eroc arbeitete weiterhin im Playbackverfahren. Das bedeutet: sämtliche Instrumente wurden nacheinander von Hand eingespielt. Für die Coverversion seines Lieblingstitels Pressed Rat and Warthog (Cream, 1968) engagierte er sich zusätzlich vier junge Musiker, die unter dem Namen Consortium Terpsychore mit Pommer und Krummhorn dem heutigen Mittelaltertrend bereits 20 Jahre voraus waren. Für das "Bomm" bei Happy Burstday kam natürlich nur der Grobschnitt-Sänger Willi Wildschwein in Frage und im Mittelteil von Remscheid wütet Geheimrat Günstig mit seiner Posaune, der legendäre Mischpultmann der Band. Im Dezember 1984 leistete er sich sogar einen Probemix im Studio seines alten Freundes Conny Plank. Das Album wurde, wie auch schon Eroc 2 und Eroc 3, zum Teil eine Aufarbeitung der Zeit mit Grobschnitt. Ich hasse dich ist z.B. eine augenzwinkernde Abrechnung mit der Peinlichkeit Ich liebe dich vom Grobschnitt-Album Kinder & Narren und Remscheid ist Remscheid, so wie er es gern schon auf der LP Razzia gehabt hätte. Doch sein Blick ging über den Tellerrand hinaus: Changing Skies und Space Shuffle, Zauberwald, Pressed Rat und Seitenwind waren neue, eigene Ideen, die auch heute noch, mehr als 20 Jahre später ihren eigenen, zeitlosen Charme vermitteln und klanglich und von der Atmosphäre her durchaus als Meilensteine bezeichnet werden dürfen.
Hier das letzte Exemplar der original Metronome Version.
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