Artists: Robert Wittek
P: 1999
Er lässt seinen Emotionen freien Lauf und versucht diese in seiner Musik auszudrücken. Darum ist gerade die neue Scheibe ein Spiegel seiner Seele; also kommt der Titel dieses Werks Emotions 1999 auch nicht von Ungefähr. Schon der Opener "mindfields" ist ein Wechselspiel fröhlicher und etwas gedämpfterer Klänge. Ganz so wie die Gedanken fließen, Stimmungswechsel natürlich inbegriffen. Danke, lieber Robi, für die herrlichen "Glöckchenklänge" gleich zu Beginn!
Heiter-besinnlich geht's dann mit "yearning" weiter. Sehnsucht, ein Gefühl der Hoffnung und des Vermissens und doch etwas Positives. Track 3, "gates of dawn" ist aus einem Spot für ein Video entstanden, das die Kinderrechte behandelt. Schöne Sequenzerflächen...
Besonders erwähnen möchte ich noch Track 7: "twilight zone", mein ganz persönlicher Favorit dieses Albums. Ein Song mit einer ganz besonderen Atmosphäre. Herrliche Trompetenklänge, elektronisch erzeugt, da geht mir als Ex-Trompeterin nun einmal das Herz auf. Immer wenn ich dieses Stück höre, stehen mir die "Haare zu Berge" und Gänsehaut umschließt mich. Klasse, Robertl!
Zum Titel "stardance", der auf einer gemeinsamen Session mit seinem Spezi Alexander Guelfenburg (Hybrid Machine) entstanden ist, sagt Robert selbst: "Es ist der untypischste R.W.-Song, den ich je gemacht habe." Das finde ich aber gar nicht. Es ist genau so ein Wittek-Stück wie alle anderen auf diesem Album auch. Spielfreude und Emotionen kommen super gut rüber! Im vorletzten Stück auf dieser CD wartet Robert mit einer Überraschung auf. Da kam wohl der Jugendgewerkschaftsboss in ihm voll durch - mehr möchte ich noch nicht verraten. Nur so viel: ein ganz typischer Wittek-Gag!
Der letzte Titel ist die musikalische Aufarbeitung einer Beziehung - Emotionen pur schlängeln sich da durch die Gehörgänge, nichts für "zarte Seelen". Mir kommen fast die Tränen... Emotions 1999 ist wieder ein ganz typisches Meisterwerk des Tastenmultis aus Wien. Auch hier kann er sein großes Vorbild zwar so manches Mal nicht verleugnen. Es nutzt eben doch was, wenn man sich auch auf "alten Feldern" zielsicher bewegen kann; aber trotzdem seinen eigenen eingeschlagenen Weg unbeirrt weiter geht. Toll gelungen, diese Symbiose! Eigentlich knüpft die Emotions genau da an, wo Déjà-Vu aufgehört hat. Nur die Einspielungen sind noch gefühlvoller geworden. Wie sagte damals schon KS: "In die Musik muss Seele rein"! Aber ja doch, großer Meister! Robi hat dir bestens zugehört und genau das sehr geschickt umgesetzt. Robert hat auch bei diesem Album die Entstehungsgeschichte jedes einzelnen Titels detailliert erklärt und ins Booklet geschrieben. Auch daran sieht man, wie ehrlich er seinen Fans gegenüber ist. Es fällt ja bestimmt nicht leicht, jedem seine Gefühle so zu offenbaren. Wir Fans danken dir für so viel Offenheit, lieber Robert. Fazit: Emotions 1999 von Robert Wittek ist eine Scheibe, die in keiner Sammlung von EM-Freunden mit Herz fehlen sollte.
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