Artist: D`Voxx
P: 2026
DIN 95
LTD 333
Diese kühne Neuerscheinung des Modularsynthesizer-Duos d’Voxx ist ihr drittes Album auf dem DiN-Label, nachdem sie zuvor bereits die von der Kritik hochgelobten Alben „Télégraphe“ (DiN58) und „1984“ (DiN75) veröffentlicht hatten. Unter dem vollständigen Titel „HERZOG: A Retrospective by d’Voxx“ erweitern Nino Auricchio und Paul Borg ihren klanglichen Horizont mit musikalischen Interpretationen der fünf Filme, die der legendäre deutsche Regisseur Werner Herzog zwischen 1972 und 1987 mit dem exzentrischen Schauspieler Klaus Kinski drehte.
Selbstverständlich verleiht dies dem Album eine sehr filmische Atmosphäre. Die modularen Systeme, die den Kern ihres Sounds bilden, sind zwar weiterhin präsent, treten aber oft in unterstützende Rollen, um die sich die fünf genreübergreifenden Tracks entfalten. Ihre ambitionierten Klangwelten vereinen Elemente aus Prog, Techno, Rock, Field Recordings und sogar ein Sample einer Oper von 1911 – natürlich im Track „Impossible Monolith“, der auf den Monumentalfilm „Fitzcarraldo“ verweist. Das Duo erklärt, dass diese Tracks nicht versuchen, die Filme zu vertonen, sondern vielmehr deren Welten zu erkunden: den fiebrigen Eroberer, der in Größenwahn verfällt; Woyzeck, der durch institutionelle Grausamkeit psychisch zermürbt wird; Fitzcarraldos monumentale Torheit; Nosferatus uralte Müdigkeit; den Weg des Sklavenhändlers durch Ausbeutung und Zerfall.
Dieses dritte Album von d’Voxx wird ihre Bewunderer gleichermaßen begeistern und überraschen und beweist einmal mehr, dass das Label DiN niemals stillsteht, sondern ständig danach strebt, die Grenzen des Genres zu sprengen.