Schickert, Günther

Schickert, Günther

Als Roadie und Assistent von Klaus Schulze kam Günter Schickert früh mit elektronischer Musik in Berührung. Er veröffentlichte in den 70ern zwei Alben: 1974 bei Brain das Album Samtvogel , 1979 bei Sky Records seine für viele Jahre letzte Platte Überfällig . Dieses Album war in der Tat überfällig, weil Günter Schickert eine ganz eigentümliche und in die Zukunft weisende Musik entwickelt hatte trotz der deutlich erkennbaren Einflüsse durch die Musik der Berliner Schule (u. a. Tangerine Dream, Ash Ra Temple). Schickert benutzte keine Synthesizer, seine Instrumente sind die E-Gitarre und das eigene Studio mit einer Mehrspur-Bandmaschine und vielen Effektgeräten. Dabei wusste er, die Vielschichtigkeit der Musik bis an die Grenze zur Mikrotonalität auszudehnen eine ganz eigenen Minimalismus-Auffassung, die eher Richtung Steve Reich und Glen Branca geht: kompliziert geschichtete, rhythmisch-harmonische Sequenzen, weite Echo- und Hallräume, ausgedehnte Improvisationen.

Bernd Kistenmacher - Contrasts Vol.1
Artist: Bernd Kistenmacher
P: 1998

Hier zeigt uns Bernd seine Version der Berliner Schule. Der typische Kistenmacher Stil nimmt den Hörer mit auf der Reise durch Rhythmen und Melodien mit dem analogen Touch.
Die Musik wurde im September und Oktober 1998 auf seinem legendären Technosaurus System eingespielt. Günter Schickert ist auf Stück 2 zu hören.


 
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Günther Schickert - Kinder in der Wildniss

Artist: Günther Schickert
P: 1983 / 2013

Günter Schickert ist in der Krautrock-Szene vor allem für seinen charakteristischen repetitiven Echo-Gitarren-Sound bekannt. Nach Samtvogel (1974) und Überfällig
(1979) veröffentlichte er mit Kinder in der Wildnis eine Sammlung Songs aus den Jahren 1981 bis 1983 erstmals erschienen 1983 auf Cassette beim englischen Label
YHC enthält zwei bislang unveröffentlichte Bonustrack.

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Günther Schickert - Nachtfalter

Artist: Günther Schickert
P: 2019

Mit Samtvogel (1975) hatte Günter Schickert auf dem legendären Brain-Label eine der der bedeutendsten Gitarrenplatten des Krautrock veröffentlicht. Aus heutiger Perspektive denkt man vor allem an Syd Barrett und die mehr abenteuerlichen Stücke der frühen Pink Floyd. 1980 folgte auf dem nicht weniger legendären Sky-Label mit Überfällig ein weiterer Meilenstein, auf dem Schickert erneut den hypnotischen Sound seiner Echogitarre zu einem der Kennzeichen des Krautrocks machte.
 Mit dem neuen Album Nachtfalter knüpft Schickert nun an seine Anfänge an. Dass er zwischenzeitlich ins Pensionsalter eingerückt ist, merkt man der Platte nicht an. Die im heißen Sommer des Jahres 2018 eingespielte Platte zeigt den Pionier der Echogitarre in musikalischer Bestform. Assistiert hat ihm Andreas Spechtl, der die die Sessions von Schickert aufgenommen und durch Drums ergänzt hat. Zusammen ergab das ein zündendes Team: Spechtl suchte die besten Stellen aus den Gitarrentracks von Schickert heraus, mischte sie ab und ergänzte sie durch Loops.  
 Zwar war die Platte von vornherein als Instrumentalalbum geplant, entwickelte sich aber quasi unter der Hand zu einem Konzeptwerk: Der titelgebende Nachtfalter kam während der Sessions liefen hereingeflattert und setzte sich als stummer Gast an die Decke. Am nächsten Morgen lag er tot am Boden, wo ihn Schickert fürs Cover fotografiert hat. Angesichts von minimalistischen Tracktiteln wie „Ceiling“, „Flügelschlag“ und „Floor“ kann man das Album auch als Hommage an das tote Insekt hören.  
 Nach dem atmosphärischen Opener „Nocturnus“, auf dem von Schickert gespielte Muschelhörner eine etwas gruselige Stimmung erzeugen, geht es weiter mit dem fast siebenminütigem Krautrock-Ungetüm „Ceiling“, auf dem nicht nur die Musik abhebt, um das Gefühl einer Levitation zu erzeugen. Ein weiteres Highlight des Albums ist das drängende „Wohin“ mit dem insistenten, furiosen Getrommel von Spechtl, dessen Drum Patterns auf die heulende Echogitarre von Schickert treffen.  
 Einziges altes Stück ist der Closer „Reflections“, der am Ende die Summe der hypnotischen Klanglandschaften auf Nachtfalter zieht: Die Musik klingt wie der Soundtrack zu einem Horrorfilm, die Gitarrenklänge werden begleitet von Sounds, die nach Zugpfeifen klingen, dazu kommt das Quietschen und Brummen eines gequälten Analog-Synthesizers.  
„Ich bin in Berlin geboren und ein Stadtmensch. Als Kind bin ich viel mit dem Bus und der U-Bahn gefahren. Der geile Rhythmus der Motoren hat sich mir eingebrannt. Meine Musik ist deshalb der lebenslange Ausdruck dieser Prägung.“ Hört man das aufregende Nachtfalter, so darf man sagen: Mit diesem großartigen Album ist Günter Schickert die perfekte Mischung aus dem hektischen Motorik-Rhythmus der Stadt und dem sanften Flügelschlag der Natur gelungen. 

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Günther Schickert - Samtvogel

Artist: Günther Schickert
P: 1974 / 2024

Ich kann mich noch erinnern, wie ich Ende der 70er oder Anfang der 80er im Elektronik-Fach des Plattenladens meines Vertrauens die LP Samtvogel in Händen hielt und wieder zurücklegte. Warum habe ich sie bloß wieder zurückgelegt? Das weiß ich heute natürlich nicht mehr, möglicherweise hat mich die Angabe auf dem Cover, dass ausschließlich "E-Gitarre, Stimme und Echogerät" benutzt wurden, zu der Annahme verleitet, dass sie im Elektronik-Fach falsch einsortiert war. Ach! Hätte ich damals geahnt, dass ich über 30 Jahre warten müsste, um die Platte endlich zu hören...
Denn erst im Jahre 2013, fast 40 Jahre nach Erscheinen der LP, wurde Samtvogel auf CD veröffentlicht, jetzt wieder im Cover der Erstausgabe. Und war die Platte nun zurecht im Elektronik-Fach einsortiert? Ja und nein. Obwohl alles mit bearbeiteten Klängen einer E-Gitarre erzeugt wurde, hat die Musik streckenweise schon einen elektronischen Klang. Günter Schickert zaubert aus der Gitarre flirrende Klanggespinste, die durch vielfache Übereinanderschichtung sich zu einem dichten Geflecht vereinen, das oft an per Sequenzer erzeugte Synthie-Klänge gemahnt. Diese Klanggeflechte ebben auf und ab, nicht sanft und gemächlich, sondern durchaus voller Dynamik. Gelegentlich kann sich das zu einem wilden Staccato steigern, dann hämmert und rattert es wie ein heißlaufende Maschine - und dennoch hat die Musik fast durchweg auch einen introvertierten Charakter. Sporadisch eingeworfene Textfragmente, die meist nur wie ein entferntes Raunen vernehmbar sind, verstärken den bizarren Eindruck noch.
Samtvogel gehört zu den originellsten Veröffentlichungen des Krautrock und der - ja, doch, der elektronischen Musik. Sollte jeder an diesen beiden Musikrichtungen - und insbesondere an deren Kombination - interessierte Hörer kennen.

Jochen Rindfrey

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Günther Schickert - Überfällig

Artist: Günther Schickert
P: 1979 / 2012
Unmittelbar nach dem Aufbruch der neuen deutschen elektronischen Musik und nachdem sich deutlich zwei Richtungen (Düsseldorfer und Berliner Schule) herausgebildet hatten, begann auch Günter Schickert mit ersten musikalischen Versuchen. 1973 gründete er die Band GAM, die aber damals keinen Tonträger produzierte. Ein Jahr später brachte
er jedoch in eigener Regie sein erstes Solo-Album „Samtvogel“ heraus, das kurz darauf vom Brain-Label als Wiederveröffentlichung übernommen wurde. Es sollten fünf Jahre vergehen, bevor Sky Records seine nächste und für viele Jahre letzte Platte „Überfällig“ veröffentlichte. Dieses Album war in der Tat überfällig, weil Günter Schickert eine ganz
eigentümliche und in die Zukunft weisende Musik entwickelt hatte, die im Konzert der deutschen Elektronik eine Sonderstellung einnahm. Trotz der deutlich erkennbaren Einflüsse durch die Musik der sogenannten Berliner Schule (Tangerine Dream, Ash Ra Temple etc.) ist Schickert alles andere als ein Trittbrettfahrer. Vielmehr wurde er zu
eigenen Ideen und bemerkenswerten klanglichen Weiterentwicklungen angeregt. Er betont ausdrücklich, dass er, anders als fast alle damaligen Kollegen, keine Synthesizer benutzt hat; seine Instrumente sind die E-Gitarre und das eigene Studio mit einer Mehrspur-Bandmaschine und einer komfortablen Peripherie von Effektgeräten. Ähnliche
Versuche hatten auch Manuel Göttsching („Inventions For Electric Guitar“) und Achim Reichel (AR & Machines: „Die Grüne Reise“) schon angestellt, ohne aber die Vielschichtigkeit ihrer Musik bis an die Grenze zur Mikro-Tonalität auszudehnen, wie es Schickert auf „Überfällig“ wagte. Damit rückt er mit einer ganz eigenen Minimalismus-Auffassung eher in Nähe von Steve Reich und Glen Branca, hat sich also von
Klaus Schulze und Tangerine Dream weitestgehend emanzipiert. Schickerts Einsatz konkreter Geräusche und sein völlig unabhängiges Arbeiten im eigenen Studio nahm eine Entwicklung vorweg, die erst in den 80ern beginnen sollte. So war das Album 1979 das Statement eines virtuosen Außenseiter-Gitarristen und Klang-Tüftlers, dessen musikalische Visionen den Erwartungshorizont eines potenziellen Publikums überschritten hatten, abseits vom elektronischen Mainstream. Und Günter Schickert war einer der Protagonisten, die von den äußeren Rändern her die weitere Entwicklung der experimentellen Popmusik voranbrachten. Die Wiederveröffentlichung von „Überfällig“
ist überfällig.
Asmus Tietchens

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V/A - Kollektion 01

Artist: Roedelius, Moebius, Richmann,
Cluster, Eno. Schickert u.a.

P: 2014
Erste Folge der Compilation-Serie aus dem Hause Bureau B.
Mit seinen Wiederveröffentlichungen aus den Bereichen Pop, Krautrock und Elektronik hat sich das Hamburger Label Bureau B weltweit einen Namen gemacht. Um einen Überblick über die Bandbreite von Bureau B aufzuzeigen, gibt es nun die Compilation-Serie "Kollektion". Jede Veröffentlichung wird dabei von einem Musiker kuratiert. Den Anfang macht das Label Sky Records. Die 1975 vom Brain-Gründer Günter Körber ins Leben gerufene Firma entwickelte sich bald zu einem internationalen Aushängeschild für zeitgemäße Musik aus Deutschland. Kuratiert wird die Sky-Kollektion von Time Gane. Der Mastermind der Popelektroniker Stereolab gilt als Krautrock-Experte und wühlte sich gerne durch das Sky-Archiv. Er fand 17 Tracks von u. a. Cluster, Brian Eno, Michael Rother, Conny Plank, Asmus Tietchens, Joachim Roedelius, Dieter Moebius, Gerd Beerbohm, Günter Schickert, und Riechmann. Im Booklet erinnert sich Asmus Tietchens, der vier Alben auf Sky veröffentlichte, an seine Kooperation mit Günter Körber.

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Various Artists - Silberland Vol 1: The Psychedelic Side Of Kosmische Musik
Artist: Various Artists
P: 2022
Mitmenschen, Bureau B lädt Sie zu einer Expedition nach Silberland ein, einer einzigartigen Raumzeitspanne, die von Deutschlands klanglichen Futuristen der siebziger und achtziger Jahre geschaffen wurde. Diese Künstler, die sich die frühen Elektronik- und Tonbandexperimente der Avantgarde der sechziger Jahre zu eigen machten, strebten danach, mutig voranzugehen und kleine Schritte zu vermeiden, um riesige Sprünge in einen nebulösen und neuartigen Sound zu machen.
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