Mit "Hoellenengel" präsentiert der deutsche Musiker Stephen Parsick sein zweites Soloalbum seit dem vielgerühmten Debut "Traces of the Past" aus dem Jahre 1998. Wandelte Parsick seinerzeit noch auf den kosmischen Spuren seiner einstigen musikalischen Vorbilder KLAUS SCHULZE, MANUEL GÖTTSCHING / ASHRA und TANGERINE DREAM, so hat sich der 1972 in Moers am Niederrhein geborene Synthesizerspieler mittlerweile anderen Themen zugewandt. "Wie würde es klingen, wenn der griechische Komponist VANGELIS und der englische Klangdesigner Brian Williams alias LUSTMORD gemeinsam an einer Fortsetzung der Filmmusik zu Ridley Scott´s
BLADE RUNNER arbeiten würden?" Diese Frage hat sich Parsick gestellt und versucht, eine Antwort darauf zu finden. Auch er vermißt eine vollständige Veröffentlichung der Musik, welche Vangelis seinerzeit für Scott schuf, seit er 1989 diesen Film zum ersten Mal sah. Obwohl klanglich, inhaltlich und atmosphärisch durchaus Anleihen an Scott´s Film zu finden sind, hat Parsick eine ganz eigene Geschichte um die "Hoellenengel" gesponnen: "Allenthalben werden Engel romantisiert und verkitscht als das Gute von oben dargestellt," so Parsick, "aber die Leute scheinen zu verdrängen, daß es Engel gibt, die kein Geschenk des Himmels sind und die Dir auch nicht beschützend zur Seite stehen,
sondern Deine Welt in den Grundfesten erschüttern." Die klanglichen und stimmungsmäßigen Anleihen an BLADE RUNNER kommen nicht von ungefähr:
Parsick verwendete bei der Einspielung des Albums, welche sich über vier Jahre hinweg zog, größtenteils dasselbe Instrumentarium, welches auch VANGELIS zur Verfügung stand, als er die Musik zu BLADE RUNNER komponierte. Eingespielt wurde die Musik gänzlich ohne Zuhilfenahme von Computern, Mehrspuraufnahmetechnik, Sequenzern, MIDI-Schnittstellen oder Overdubs. Sämtliche Musik wurde in stundenlanger Sessionarbeit direkt auf ein digitales DAT improvisiert und anschließend – von Oktober 2004 bis Mai 2005 – von Parsick im eigenen kleinen Heimstudio editiert, abgemischt und produziert.
Musikalisch macht Parsick dabei nicht nur Anleihen in der zeitgenössischen elektronischen Musik, sondern zitiert auch aus mittelalterlicher oder orientalischer Musik wie z. B. einen neapolitanischen Saltarello aus dem 13. Jahrhundert oder an arabische Tonskalen und Instrumentalstimmen angelehnte Improvisationen.