Machines and Dreams ist das zweite Album von Kayanis. Er selbst spielt Keyboards, Gitarre und Bass, dazu kommt ein weiterer Gitarrist. Schlagzeug kommt aus der Dose. Von etwas textlosem Gesang (möglicherweise gesampelt, da kein Urheber angegeben) abgesehen ist die Musik instrumental. Kayanis präsentiert hier eine Mischung aus elektronischer Musik und symphonischem Progressive Rock. Meist stehen elektronische Klänge im Vordergrund, kräftige Klangbögen, die in ihrer orchestralen Art etwas an Vangelis erinnern. Die progrockige Komponente wird in Form massiver Gitarreneinsätze von Oldfield-artigen, jubilierenden Soli bis zu progmetallischen Riffs eingebracht. Garniert wird das Ganze mit ein paar weltmusikalischen Einsprengseln, die leider nicht immer ganz geschmackssicher geraten sind. Die lateinamerikanisch inspirierten Ethno-Gesänge wirken ebenso kitschig wie die gelegentlich zu hörenden elektronisch nachempfundenen Panflötenklänge - da hat man also Hörer gleich die Bilder von in deutschen Fußgängerzonen aufspielenden "Los Incas"-Verschnitten vor Augen! Reichlich bombastisch wirkt diese Musik über weite Strecken, hat aber - von den erwähnten, etwas unglücklichen Ethno-Einsprengseln abgesehen - durchaus ihren Reiz. Übermäßige Komplexität darf man, wie meist im Elektronik-Bereich, allerdings nicht erwarten. Recht originell ist diese Kombination zumindest schon.