Klaus Schulze hat seine Vorliebe für Georg Trakl schon 1978 auf seinem Album "X" öffentlich gemacht. 1984 erschien das schwierige Werk "Audentity" inspiriert durch Texte von Trakl's "Sebastian im Traum". Jetzt liegt die erste Oper von Klaus Schulze vor und er nahm sich wieder dem Stoff um den österreichischen Lyriker an. Der Name der Oper "Totentag" bezieht sich auf den Titel eines von Trakl verfaßten lyrischen Dramas, welches jedoch von ihm selbst kurz nach der Uraufführung vernichtet wurde. Der Handlung zugrunde liegen die letzten Trakl's sowie ein in Wirklichkeit vergeblicher Besuch Ludwig Wittgensteins bei dem Dichter. In sieben Szenen wird bis zum Freitod Trakls versucht, Beweggründe für sein Tun zu finden, ohne jedoch eine Lösung zu präsentieren. Fünf Sänger und eine Sängerin bemühen sich die Handlung umzusetzen. Das Libretto stammt von Hermann Schneider und die Musik wurde komplett komponiert und eingespielt von Klaus Schulze. Und die Musik ist das eigentlich und wirklich tolle an den 104 Minuten. Natürlich hat sie etwas vom Geist, den auch "Audentity" umwehte, aber sie bietet eine unglaubliche Fülle an Sounds, so dass man sich eine instrumentale Version wünscht. Hier ist Klaus Schulze an einem neuen echten Höhepunkt angekommen.