1. Wenn der Südwind weht
2. Veilchenwurzeln
3. Mein Freund Farouk
4. Mutee
5. Freudentanz
6. Goldregen
7. Auf leisen Sohlen
8. Saumpfad
9. Sonnengeflecht
10. Felix Austria
Hier die original Sky-Records Version. Tonkunst aus Synthesizern und ähnlichen Klangquellen besitze keine Seele, lautet eines der Vorurteile puristisch-traditioneller Betrachtungsweise. Die Musik sei, statt handgemacht und human ausdrucksstark, lediglich ein uninteressantes Abfallprodukt, als Ausdruck unbedeutender Soundgestaltung, verheißen weiterführende Kommentare der Ignoranz. Wer allerdings den Kontakt mit den Miniaturen Hans-Joachim Roedelius nicht scheut, dürfte von genannten Meinungen auf Lebenszeit Abstand nehmen. Denn mittels der akustischen Fusion analoger Synth-Klangerzeugung gelingt dem über Jahrzehnte viel beschäftigten Musikkonstrukteur die Erschaffung organischer Schallwelten. Dies trifft auch auf "Wenn der Südwind weht", das siebte, ursprünglich 1981 veröffentlichte Solo-Studioalbum aus Roedelius Hand, zu. Effekthascherei meidet der Mitwirkende an legendären Aufnahmen der Siebziger, unter anderen von Cluster und Harmonia. Als auf die musikalischen Aspekte konzentrierte Eingeweihten-Weltberühmtheit bleibt Roedelius der subjektiven Formgebung seiner Kreationen verhaftet. Auch "Wenn der Südwind weht", mitunter als Selbstpotrait IV bekannt, strahlt es vor Schönheit. Völlig unaufgeregt und von jeglichem Spektakel weit entfernt, entfaltet das Album über seine gesamte Länge mysteriösen Wohlklang. Es ist, als wenn bescheidene klassische Motive in das Zeitalter der Elektronik pilgern. Die Veröffentlichung hatte auch den Untertitel Selbstportrait IV.