Colossus ist das bekannteste Album von CYBOTRON und eines ihrer besten. Die hier gezeigten Klanglandschaften sind TANGERINE DREAM (Froese/Franke/Baumann-Zeit) sehr ähnlich, jedoch auf melodischere und symphonischere Weise, mit deutlicheren und rhythmischeren Teilen und weniger Trance und sich wiederholenden Loops. Darüber hinaus stellt CYBOTRON ein Instrument vor, das derzeit von elektronischen Bands kaum genutzt wird: das Saxofon! Dies verleiht der Musik ein recht erfrischendes Gefühl. Das Hauptthema „Colossus“ ist ein sehr kosmisches und eingängiges Sequenzstück mit interessanten Klangvariationen. Das Saxophonsolo sorgt für eine geheimnisvolle Atmosphäre. Der nächste Titel, das Mini-Epos „Eclipse“, ist nachdenklicher und verträumter. Es weist starke Ähnlichkeit mit bestimmten ELOY-Passagen auf, Gesang jedoch weniger. Medusa ist mit seinem meditativen Sequenzer und Roboterrhythmus das TD-ähnlicheste Stück. Das Album endet mit Raga, einem viel melodischeren, rockigeren und verspielteren Song, und kündigt Material zu Implosion an. Wie auch immer, das Finale lässt einen durch die Luft fliegen. Als ob ELOY TD ein Baby geschenkt hätte, beweist CYBOTRON mit Colossus, dass sie echte Ideen und eine einzigartige Persönlichkeit haben. Die Platte hört sich sehr gut an und dürfte allen Fans elektronischer/symphonischer Progressive gefallen. Bereiten Sie Ihr Raumschiff vor!