Vangelis widmet seine Choral-Symphonie Mythodea -- entstanden aus "Mythos" und "Ode" -- dem NASA-Marsprojekt "Odyssey 2001". Vangelis Beziehung zum Weltall besteht schon lange und seine Musik wurde nicht umsonst für die TV-Reihe Cosmos eingesetzt: Seine Kompositionen atmen Weite, Unendlichkeit und Kraft. Mythodea bildet hier keine Ausnahme. Die elektronischen Klänge, vereint mit großem Chor und Orchester, spiegeln das Abenteuer Marsexpedition wider, die ungeheuren Ausmaße des Roten Planeten und die ewige Einsamkeit im All. Gewaltige Klänge und pathetische Rhythmen zeichnen den schon fast religiös anmutenden Mythos des Mars nach. Selten erkennt man den reifenden Werdegang eines Komponisten so deutlich wie bei Vangelis. Es scheint, als dienten alle früheren Werke nur dem einen Zweck: die Erschaffung von Mythodea.
Mythodea enthält deutliche Elemente aus El Greco, hebt sich aber von diesem durch einen weniger düsteren Stil ab. Elemente aus früheren Werken lassen sich unter Umständen beim ersten Höreindruck nicht finden. Sie sind aber omnispräsent; nur in gereifterer Form. Man braucht nur einmal das frühere Werk Voices aufmerksam zu hören.
Die Handschrift von Vangelis ist unverkennbar. Der gefühlvolle und spielerische Umgang mit Tönen ist sein Markenzeichen. Es scheint, als habe er die Töne vom Himmel heruntergeholt und bringe sie nun direkt in die Seelen der Menschen.