Das erste stärker elektronisch orientierte Album des Griechen – und was für eines! Einige der Tracks wurden später für Film- und Fernsehsendungen verwendet. War der Vorgänger noch mit Orchester, Chor usw., realisiert er hier "orchestrale Musik" allein, nur mit Hilfe diverser Keyboards und Drums. Typisch sind auf diesem Album die sehr schnellen Sequencerspuren bei einigen Tracks, über die Vangelis dann Percussions, Drums und diverse Keyboardspuren legt. Dazwischen streut er dann Ambientstücke ein.
"Pulsar" beginnt mit einem sehr schnellen Sequencerrhythmus (passend zum Titel), über die Vangelis immer mehr Tonspuren legt, die teilweise atonal daherkommen, teils bombastisch. Darin eingebettet eine einfache, aber wunderbare Melodie. Das Ganze steigert sich zu einem fulminanten Finale mit druckvollen Drums, herrlichen Glockentönen und einem abrupten Ende: es folgt eine telefonische Zeitansage ;-). Danach das ruhige, impressionistische "Free Fall", das durch seine Klangfarben und Rhythmik asiatisch angehaucht daherkommt. Das daraufflogende Stück besteht im Grunde nur aus Soundmalereien, die einen Dialog einer Apollomission mit dem Kontrollzentrum begleiten. Jazzig und schräg/hektisch geht es weiter mit "Main sequence", für Vangelis (leider) untypisch, aber dafür versöhnt er die Freunde lyrischer Klänge erst mit "Sword of Orion" und anschließend mit "Alpha" (das Stück wurde auch des öfteren fürs Fernsehen verwendet), das ähnlich aufgebaut ist wie "Pulsar", aber ohne atonale Einlagen. Mit Kirchenorgel als Einleitung geht es weiter, und dann folgen zwei Stücke und 12 Minuten, die auch auf dem Vorgängeralbum gepaßt hätten – treibende Sequenzen, druckvolle Drums und 'große' Melodielinien, aber niemals übertrieben (was ihm vom Kollegen Wakemann zu der Zeit unterscheidet).
Dafür klingt das Album mit dem Titeltrack sehr elegisch aus: sparsame, fast schon Einsamkeit erzeugende Klänge unterlegen eine kühle Stimme, die die astronomischen Daten der Erde rezitiert.
Für Vangelisfreunde enthält diese Platte alles, was das Herz begehrt – von lyrischen Stücken, zu Soundmalereien bis zu atonalen und orchestralen Songs. Abwechslungsreich und spannend und eine der besten Keyboarderplatten aus den 70'.
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