Artist: Conrad Schnitzler Tracklist:(21 untitles pieces ranging from 0:47
to 7:07 minutes)
„Contempora“ war Schnitzlers fünftes reguläres Album, eines von insgesamt sieben aus dem Jahr 1981 – eine Art Skizzensammlung, die in verdichteter Form Schnitzlers unerschöpfliche Erfindungskraft widerspiegelt.
„Contempora“ ist eine Art Skizzensammlung, die in verdichteter Form Schnitzlers unerschöpfliche Erfindungskraft widerspiegelt. Wie die Lichtbrechungen eines multiplen Prismas, so ändern sich ständig die Formen, die Farben, die Hintergründe, die Helligkeit und die Dunkelheit. Jedes Stück des Albums könnte auch tragfähig für die doppelte, wenn nicht dreifache Länge sein, ohne an Zauber zu verlieren oder gar langweilig zu werden. Aber Schnitzler gönnt uns hier nur sehr kurze Einblicke in einen Teil seiner unterschiedlichen Klangräume und Geräuscharsenale. Kaum dass er die eine Tür
einen Spalt weit geöffnet hat, schließt er sie auch schon wieder, um uns eine andere für wenige Minuten zu öffnen. Wir hören die für Schnitzler so typischen Sequencer-Figuren, die darüber improvisiert hingetupften Klangkometen und hier und da auch mal eine kleine,
rasch wieder verklingende Melodie. Das alles in schneller, fast atemloser aufeinanderfolge. Miniaturen ohne festen Rahmen, ohne wirkliche Grenzen.
Schnitzler arbeitete in den frühen 80ern im Wesentlichen mit den Synthesizern EMS Synthi A, dem Korg MS 10, einem analogen Sequencer und einer ebenfalls analogen Rhythmusmaschine. Alles in allem kein aufwendiges und bereits zu der Zeit kein besonders exotisches oder kostenaufwendiges Equipment mehr. Viele Elektroniker bedienten sich dieser oder vergleichbarer Apparate. Schnitzler ist es allerdings gelungen, sich sowohl klanglich als auch kompositorisch vom Gros der Kollegen abzuheben. Und das gewiss nicht, um einen Alleinstellungsfimmel zu befriedigen, sondern weil er einfach von seinem künstlerischen Weg nicht abweichen konnte und wollte. Mit „Contempora“ bekräftigte Schnitzler diese noble Haltung nicht zum ersten Mal. Asmus Tietchens