In diesem Fall ist Octavian ein Wortspiel, das Album beschäftigt sich mit der Oktave in der Musik. Da in der historischen Entwicklung der westlichen Musiktheorie die heptatonische Diatonik, die zu acht Tonhöhen im Oktavraum führt, zum Bezugspunkt für die diatonischen Intervallbezeichnungen geworden ist, wird auch ein Tonhöhenraum, der um eine unterschiedliche Anzahl von Tonhöhen davon abweicht, als an bezeichnet „Oktave“, sofern das Frequenzverhältnis des Bildintervalls 2 :1 beträgt und der obere Ton doppelt so viele Schwingungen aufweist wie der untere. Daher spricht man beispielsweise von einer Oktave in einem in pentatonische Tonleitern unterteilten Tonraum, auch wenn der obere Rahmenton mit einem Frequenzverhältnis von 2:1 in diesem Fall nicht den Achtelton darstellt, sondern – bezogen auf die Pentatonik Tonleiter – ihre sechste Tonhöhe. Aufgrund des Oktavkonzepts, das durch die heptatonische Diatonik gekennzeichnet ist, wurden Tonsysteme niedrigerer Ebenen häufig als „defizit“ (und damit im Vergleich zu westlichen Tonsystemen) als minderwertig eingestuft, während Tonsysteme, die über den heptatonischen Bereich hinausgehen, häufig als „defizit“ (und damit im Vergleich zu westlichen Tonsystemen) als minderwertig eingestuft wurden von Tönen, unabhängig von ihren strukturellen Besonderheiten, mit dem diatonischen Intervallinventar nur über den Umweg der Chromatik hinaus erfasst werden konnte. Ein Intervall von zwei Oktaven („Doppeloktave“) enthält fünfzehn diatonische Schritte und wird als fünfte Dezime (auch Quindezime, lateinisch quinta decima ‚die Fünfzehnte‘) bezeichnet. Der Begriff Oktave wird in der Physik, Akustik und Hochfrequenztechnik auch für „Frequenzverhältnis 2:1“ verwendet.