Artist: Bernd Kistenmacher
P: 2011
Dies ist die musikalsische Interpretation von Bernd Kistenmacher zum Thema Antimaterie.
Sein bekannter Melodiestiel wird hier mehr symphonisch und im Stile der Filmmusik gespielt.
Mit „Antimatter“ wird Bernd Kistenmacher's „Trilogie des Universums“ vervollständigt.
Seine vorangegangenen Alben „Celestial Movements“ (einem Soundtrack für die Sterne) und „Beyond The Deep“ (einer musikalischen Auseinandersetzung mit der Frage nach dem Ursprung des Lebens), haben eine bestimmte Richtung vorgegeben: vom Großen zum Kleinen, vom „Hier und Jetzt“ zum Ursprung allen Seins. Der Urknall im Labor ist das musikalische Thema von „Antimatter“. Und das Labor ist nicht irgendeines, sondern der LHC, der Large Hadron Collider.
Diese „größte Maschine der Welt“ wurde gebaut, um die Frage nach unserer Herkunft zu beantworten. Was passierte eine Piko-Sekunde nach dem Urknall? Was passierte davor? Kann man diesen Moment im Labor nachstellen?
Um das (ein wenig) zu verstehen, hat Bernd Kistenmacher Beratung und Unterstützung bekommen. Von Rolf Landua, seineszeichens Physiker bei CERN – der Europäischen Organisation für Kernforschung in Genf. Protonen werden in zwei gegenläufigen Magnetfeldröhren auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt und an bestimmten Stellen gekreuzt, um so miteinander zu kollidieren. Aus Energie wird Materie. Es heißt: Gegensätze ziehen sich an. Oftmals vernichten sie einander. Gleichsam wenn Materie und Antimaterie aufeinandertreffen und sich in einem hellen Licht auslöschen.
Bernd Kistenmacher berücksichtigt in seinen Kompositionen immer auch menschliche Aspekte. Wie gehen wir miteinander um, wenn wir „aufeinanderprallen“? Ergänzen wir uns oder existieren wir nur, um einander auszulöschen? „Antimatter“ kann keine Antworten darauf geben, sondern will nur auf die Energien deuten, die uns Menschen beherrschen. Wir alle entstammen einem schöpferischen Akt! Ebenso setzt sich Bernd Kistenmacher künstlerisch mit dem Begriff Schönheit auseinander. Was ist schön? Bernd Kistenmacher findet, dass auch technische Prozesse eine poetische; eine schöne Seite haben. So ist „Antimatter“ nicht nur die Musik zu einem physikalischen Experiment; sie ist auch die Musik zu einem virtuellen Film, der nichts anderes zeigt, als die Schönheit des Universums. Aus Energie wird Musik. Technisch-elektronische Klangstrukturen wechseln sich sich mit symphonischen Texturen ab. Die Musik wird zunehmend dichter und gewaltiger; bis hin zu dem Moment der „Kollision“. Der Kreis schließt sich. Das Album endet, wie es begonnen hat. Mit einem simplen Ton gleichsam einer kleinen Energiequelle.
Das Universum wurde erschaffen und wir schauen wieder in die Sterne. Ein ewiger Kreislauf?