Das 2000er Album Metamorphoses wird zu einer inoffiziellen Werkschau mit illustren Gästen wie Natacha Atlas und Laurie Anderson, die auch schon seinerzeit bei Jarres gutem, aber kommerziell wenig erfolgreichen Album Zoolook mitwirkte. Der opening Track "Je me souviens" erinnert denn auch eben an jenes Album, während ihm mit "C'est la vie" eine sehr zeitgemäße World Dance Fusion gelingt, ein druckvoller Uptempo-Track mit schönen Vokal-Arabesken von Natacha Atlas. Natürlich kann er es nicht lassen, zwischendurch Vocoder und seine berühmte Laser-Harfe anzuwerfen, was den meisten Stücken ein beinahe anrührendes Retro-Flair verleiht. "Bells" etwa macht seinem Namen alle Ehre und klingt tatsächlich ein wenig nach Mike Oldfield. Andere Stücke verraten eine gewisse Nähe zum Enigma-Projekt des Kollegen Cretu, wobei es die Fairness gebietet, daran zu erinnern, dass Jarre den monumentalen Soundtrack-Pop schliesslich dereinst erfand und sich heute mit seinen Epigonen um Chart-Platzierungen balgen muss. Das Album ist ein Muss für Liebhaber elektronischer Klänge, aber auch Leute, die sich mit dieser Art von Musik bisher nicht anfreunden konnten, sollten mal reinhorchen.