OCEANIC ist wogender Ambient-Minimalismus, der in einem langsamen Strom des Staunens auf verträumten und etwas verschwommenen Wirbeln schwebt. Jeff Greinkes zweites Album nach seiner Rückkehr zu Projekt – und insgesamt das 24. in seiner 40-jährigen Karriere – markiert eine Abkehr vom letztjährigen postklassischen Album A THOUSAND YEAR FLOOD. Hier werden die elektronischen Klänge verarbeitet und oft gestapelt, um komplexe Texturen, Akkorde und Harmonien zu erzeugen. Die Klangfarben sind deutlich ausgeprägt, mit subtilen Details gestaltet und fangen das Auf und Ab emotionaler Strudel ein, die wie salzige Ozeanturbulenzen im Herzen brodeln.
„Diese neun Kompositionen“, überlegt Jeff, „beinhaltet reichlich Klangbewegung mit mehreren Schichten, die sich von einer Seite zur anderen, von vorne nach hinten und mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Dimensionen bewegen.“ Diese Bewegung beschwört große Gewässer mit ihren langen, rollenden Wellen, starken Strömungen und Gegenströmungen sowie großen, langsam fließenden Gezeiten herauf. Daher der Albumtitel OCEANIC. Allerdings gibt es in diesem Werk auch einen herausragenden atmosphärischen Aspekt – ein roter Faden für mich über die Jahre hinweg – der vielen dieser Stücke eine mysteriöse und schwebende Qualität verleiht. Dabei denke ich an mehr als nur große Gewässer; Die Landschaft umfasst auch neblige Berge, große Wolken, anhaltenden Regen, den Jetstream und weit entfernte gefrorene Orte mit riesigen treibenden Eisbergen. „Diese Musik stammt aus einer Zeit intensiver Erforschung, die darauf abzielte, meine musikalische Palette durch einen empirischen Prozess der starken Manipulation, Behandlung und anschließenden Schichtung von Klängen zu erweitern. Auf diese Weise ist Oceanic vielleicht meine ‚experimentellste‘ Veröffentlichung; nicht in Bezug auf das Genre, sondern Aber wie ich das Studio genutzt habe, um meine Kompositionen in neue Klangwelten zu treiben. Die Stücke basieren vollständig auf Samples und Synthesizern, sind weniger minimalistisch und beziehen keine anderen Spieler mit ein. Die Klangfarben sind nicht so klar oder sauber, das sind sie mehr verschmiert und verändert. Diese neunmonatige Zeit tief konzentrierter Kreativität war für mich eine ungemein aufregende und fruchtbare Zeit der Entdeckung.“ Als erfahrener Künstler widersetzte sich Jeff den vertrauten und bequemen Mustern der Studioarbeit, indem er sich bei der Gestaltung von OCEANIC einen wilden, verlassenen Ansatz zunutze machte. Das Endergebnis ist ein Musikalbum, das den Hörer in eine harmonische und tief strukturierte, etwas seltsame und oft schöne Welt explorativer Klänge entführen soll.