Artist: Lisa Gerrard
P: 1995
Ihre erste Solo CD. Orchestral und symphonisch ist die Musik, dazu der eigenstädige Gesang von Lisa Gerrard mit ihrem selbstentwickelten Sprachgesang.
Glocken erklingen, Streicher setzen ein, alle Klänge verschmelzen zu einer Einheit, aus der Kontrabässe unauffällig hervortreten; sie schaffen die Grundatmosphäre. Eine klare Mondnacht, die Ouvertüre einer sakralen Oper, Anklänge an Brittens 'War Requiem'?Das Intro zu 'Violina' eröffnet LISA GERRARDs Solo-Debüt - oftmals getragen von klassisch anmutenden Klangbildern oder sogar orchestralen Klängen (einige Stücke wurden mit dem Victorian Philharmonic Orchestra aufgenommen) - stimmungsgebend.Als die Sängerin einem Freund ihre über die Zeit mit DEAD CAN DANCE entstandene Musik vorgespielt hatte, die nicht in die Kontinuität der jeweiligen Veröffentlichungen gepaßt hatte und deshalb unberücksichtigt geblieben, bzw. nur auf Konzerten präsentiert worden war (z. B. das grandiose, auch auf dem Live-Album 'Toward The Within' enthaltene 'Sanvean'), entstand die Idee zur Veröffentlichung. Aus diesem Material heraus entwickelte sich dies wunderschöne, jedoch nie angestrebte Solo-Album.Natürlich hört man darauf eine deutliche Nähe zu DEAD CAN DANCE, neben der Instrumentierung (inkl. Yang Ch'in) ist es besonders die breit angelegte Stilvielfalt, auch hier spielen ethnologische Einflüsse eine große Rolle ('Persian Love Song', das orientalisch anmutende 'Swans', das Stammestänze assoziierende 'The Rite'). Und dennoch geht dieses Werk weiter. Wirkt GERRARDs Arbeit schon innerhalb ihrer Stamm-Band geschlossen, kann sie - da keiner gemeinschaftlichen Kontinuität zu folgen ist - hier ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Was kaum möglich zu sein scheint: Ihr Schaffen ist noch konsequenter.Ungewöhnlich klassisch und sakral anmutende Stücke geben ihrem Gesang einen wie für sie geschaffenen Rahmen. Neben 'Violina' und dem stringent daran anschließenden 'La Bas' ist hier gerade das zweigeteilte, ostinativ geprägte 'Celon' zu nennen, mit seiner Instrumental-Einleitung und dem daran anschließenden sakralen Chor, angeführt von GERRARDs fester und zugleich sanfter Stimme, die sich zu guter Letzt loslöst und abhebt. Eins der absoluten Highlights! Ein weiterer konsequenter Schritt ist auch das unspektakulär eingefügte, überzeugend interpretierte 'Largo' von Händel.Das Ein- und Abtauchen in dieses außerordentliche Album gleicht dem Betreten einer Kirche. Einem friedlichen Raum, der Ruhe ausstrahlt, abseits vom Alltag die Möglichkeit zur Besinnung gewährt!
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