"II" ist exakt der Zwischenschritt bzw. die nächste Stufe auf der Entwicklungsleiter zwischen dem dröhnenden, frei fließenden "Cluster 71"-Album und der "Zuckerzeit"-Platte, wo in kurzen und rhytmisierten Stücken der Synthie-Pop erfunden wurde.
"Cluster II" von 1972 hat natürlich die Kauzigkeit und Ironie, die die beiden Mitglieder Dieter Moebius und Hans-Joachim Roedelius immer auszeichnete - und natürlich die ungehemmte Lust am Experimentieren. Ein Blick auf die Songtitel dürfte das bereits zeigen, ein Horchen hinein in das Werk bestätigt das. Mit ihren akkustischen und elektronischen Instrumenten kreiern Cluster eine unvergleichliche Musik, die mal atmosphärisch, mal verspielt, mal zickig oder mal verdreht ist. Und alles bleibt immer spannend, ungewöhnlich und durchaus auch meditativ.
ABer zur Klarstellung: das hier ist kein Krautrock à la Can und auch keine Synthie-Musik wie bei Klaus Schulze. Nein, Cluster brüten ihr eigendes Ding aus, stets minimalistisch und improvisierend. Als Annäherungen kann man höchstens Harmonia (ihr Nebenprojekt mit Michael Rother) oder Eroc heranziehen.