Artist: Dirk Serries
P: 2013
War das erste Album ein Gespinst flötenhafter Sounds so explodiert „Microphonics XXI-XXV“ geradezu vor den Hörern als ein durch unüberschaubar viele Schichten zusammengesetztes Monster von Album, mit einer durch Lautstärke und Hall perfekt ausbalancierten Tiefenstaffelung. Mit klar erfassbaren ersten Motiven, die im Laufe der Stücke ebenbürtige Partner bekommen, die sich, und auch das ist neu im Hause Microphonics, soundlich deutlich absetzen. Im Gegensatz zu den als intuitiv mit der Gitarre gespielt erkennbaren Motiven stehen damit erstmals auch solche, die wie vielgestaltige Texturen unbekannter Provenienz erscheinen; fast nur noch für Eingeweihte als gitarrenbasiert erkennbar. Und genau die Einführung dieser Texturen und ein völlig ungewohnter Focus auf osszilierende Sounds, Distortion und Fuzz, sowohl in den tragenden Motiven als auch innerhalb dieser Texturen lässt diese Veröffentlichung als ein deutlicherer Schritt in eine neue Richtung erscheinen, als das bei allen Gtarrenprojekten von Serries bisher möglicherweise der Fall war. Der große Zusammenhalt zum bisherigen Werk entsteht dabei weiterhin über das harmonische Verständnis, seine Art Melodien zu entwickeln und gegeneinander zu spielen, harmonische und disharmonischere Wendungen aufeinander treffen zu lassen. Aber auch diese kompositorische Komponente wird mit dem neuen Album erweitert, besitzen die benannten Texturen doch eine harmonische Gradlinigkeit, die besonders im Kontrast zu ruhigeren Motiven des Spiels eine ungeheure Schubkraft entwickelt, ab einem bestimmten Punkt quasi die Kontrolle über die Stücke übernimmt, diese anfängt zu tragen und mit Macht nach vorn zu treiben. Zum Teil entwickeln sich so harmonische Umschlingungen, die die Melodien höher und höher steigen lassen und paradoxerweise trotzdem nie die Grenze des spielbar Möglichen erreichen.
Der Mut, einen neuen Weg zu beschreiten ohne die eigenen Wurzeln und das bisher Erreichte zu ignorieren lässt eine Platte entstehen, die in dieser Form nicht erwartet wurde. Auf eine völlig unerwartete Weise verlässt „Microphonics XXI-XXV“ auf diese Weise die Grenzen der Intimität und öffnet sich hin zu einem gleißenden Himmel neuer Möglichkeiten. Ein Album für 2013, das in seinem Genre schwer zu toppen sein wird. Sehr empfohlen.
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