Artist: Ian Boddy & Dave Bessell
P: 2024
DIN 87
LTD 500 Copies
Da das Label DiN sein 25-jähriges Jubiläum feiert, ist es vielleicht wichtig, sich daran zu erinnern, dass eines der Gründungsprinzipien des Labels darin bestand, musikalische Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Künstlern zu fördern. Tatsächlich hat Labelchef Ian Boddy zuvor mit acht verschiedenen Musikern zusammengearbeitet, darunter Größen wie Robert Rich, Erik Wøllo, Chris Carter, Markus Reuter und Mark Shreeve (als ARC). Als die in Großbritannien ansässige Konzertreihe für elektronische Musik Awakenings Boddy einlud, einen Auftritt neben Dave Bessell zu spielen, ergab sich eine Gelegenheit für eine neue, unerprobte musikalische Zusammenarbeit. Bessell ist den Fans von DiN-Platten natürlich mit seiner Soloarbeit, seinen Alben neben Parallel Worlds und seiner Rolle in der Synthesizer-Supergruppe Node kein Unbekannter. Beide Künstler spielten Solo-Sets, bevor sie sich für einen atemberaubenden 60-minütigen gemeinsamen Auftritt zusammenschlossen. Dieses Album enthält das letztere Set, das in zwei längere Abschnitte unterteilt ist, gefolgt von ihrer Ambient-Zugabe. Das Ganze beginnt mit abstrakten Retro-Synth-Geschwätzen und es dauert nicht lange, bis Boddys charakteristische Ondes-Stimme durch die Düsternis strahlt und Bessell in einem ruhigen, sanften Abschnitt mit den wunderschönen Tönen seiner Aum-Gitarre einsteigt. Nach einem kurzen Ambient-Zwischenspiel beginnt Boddy, Stein für Stein eine Wand aus Sequenzern aufzubauen, wobei Bessell auf Minimoog soliert, bevor die Musik wieder zu den unheimlichen Tönen zurückfällt, mit denen dieses Set begonnen hat. Das zweite Stück beginnt mit ungewöhnlichen, pikanten harmonischen Progressionen von Bessell, überlagert mit Pizzicato-Perkussion. Es folgt eine lange, ausgedehnte Sequenzer-Session, die wiederum sorgfältig von Boddy und seinem Arsenal an modularen Synthesizern konstruiert wird. Während Bessell einen Bogen aus immer höher steigenden Akkord-Pads liefert, dreht und wendet Boddy kontinuierlich die Ostinato-Muster, während dieser Abschnitt zu einem monumentalen klanglichen Höhepunkt ansteigt. Nach solch hektischen, rhythmischen Texturen entscheidet sich das Duo für eine sanfte, glückselige Zugabe, bei der jeder Künstler mit warmen, analogen Akkorden und Pads gegeneinander improvisiert. Polarity wirft erneut ein Licht auf die wunderbaren Möglichkeiten, die Zusammenarbeit bieten kann, insbesondere bei einer Live-Performance, bei der jeder Künstler nicht nur spielen, sondern auch zuhören und auf den anderen Künstler reagieren muss.
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